#11 Wie geht’s eigentlich dem Chef heute?

Manch einer mag es kaum glauben – Chefs sind auch Menschen. Sie sind nicht perfekt, sie haben auch Sorgen und sie wollen auch mal gelobt werden.

Ich bin nun schon seit meiner Ausbildung irgendwie Chef. Mal in der mittleren Führungsebene, mal Teamleiter, mal Geschäftsführer. Und in ehrenamtlichen Sachen, nehm ich auch gern mal die Führung in die Hand.
Warum? Keine Ahnung. Ist eben so. Zum einen macht es mir Spaß den Überblick zu behalten und ausserdem fragen mich einfach auch viele um Rat. Ich habe keine Angst davor,  Entscheidungen zu treffen und mir fällt es leicht, die Verantwortung zu übernehmen.

Aus später genannten Gründen meinen dann aber viele Menschen:

Gezeichnet von Bastian P.

– dass wir Chefs allwissend sind
– dass Chefs keine Fehler machen
– dass bei denen alles immer funktioniert
– Chefs haben bekanntlicher Weise auch vor nichts Angst
– Sie sind stark und sie haut nichts um.

Alles Quatsch! Ich kann aus eigener Erfahrung sprechen, dass dies nicht so ist. Auch ich hinterfrage Entscheidungen und bin auch ab und zu am Zweifeln, ob das so richtig ist. Ich brauche Austausch mit Mitarbeitern, Freunden, etc. und lerne genau wie alle anderen aus meinen eigenen Fehlern.

Es gibt sicher auch die allwissenden Chefs aber mir ist noch keiner begegnet.
Gerade Führungskrafte suchen gern Unterstützung, da sie viele Herausforderungen tagtäglich haben, die sie nicht immer allein bewältigen können.

– An sie werden alle Probleme herangetragen
– sie werden beschimpft, wenn etwas schiefgeht
– sie haben die Verantwortung für viele Mitarbeiter
– sie sollten immer Lösungen finden
– sie stehen oft allein da.
– von ihnen wird sehr viel erwartet

Das muss natürlich auch nicht so sein. Man kann durchaus Mitarbeiter mit einbeziehen und im Team arbeiten, aber das ist nicht überall so vorgesehen und wird nicht überall vorgelebt. Manch einer kann es vielleicht auch nicht, oder möchte niemanden belasten.

Warum denken wir so über Chefs? Warum denken wir, dass sie alles wissen bzw. können?

Gezeichnet von Bastian P.

Die Antwort darauf ist mitunter sehr einfach. Wir waren alle mal klein und da gab es auch einen Chef im Haus. Meistens war das der Vater. Jetzt stellen Sie sich vor. Sie sind ein kleines Kind, was gerade dabei ist, die Welt zu entdecken. Da stellen sich unheimlich viele Fragen. Wen frage ich da? Die Eltern. Wenn es darum geht mich zu beschützen, vor Gefahren des Alltags, z.B. dem großen Hund von nebenan, wer ist immer da? Der Vater. Wer bringt mir alles bei? Wer schimpft mit mir wenn ich etwas falsch mache? Unsere Väter waren unsere ersten Chefs im Leben.
Und nun schauen Sie sich aus Kindersicht diese unvergleichliche Weisheit dieses Menschen an. Er weiss einfach alles. Er ist viel stärker. Er hat für alles eine Lösung.
Das hat uns als Kinder fasziniert und dort hatten wir immer jemanden, zu dem wir gehen konnten.

Nun sind wir zwar groß aber ab und zu haben wir eben doch unsere Problemchen, die wir alleine nicht gelöst bekommen. Wo wir uns wünschen, dass da jemand ist, der uns hilft.
Und dieses Muster des allwissenden Vaters übertragen wir dann ganz gern auf unsere jetzigen Chefs.
Jetzt sind diese Chefs mitunter aber genauso alt, vielleicht sogar jünger. Sie haben genau wie alle anderen Menschen Erfahrungen gesammelt. Sie wissen im Prinzip auch nicht so viel mehr.

Gezeichnet von Bastian P.

Sie wissen nur das, was sie beigebracht bekommen haben, oder was sie selbst lernen wollten. Sie haben vielleicht einen besseren Überblick, da sie alle Zusammenhänge aus ihrer Sicht besser erkennen können. Sie stecken mitunter nicht so stark im Tagesgeschäft und können sich dafür um andere Themen kümmern. Ja da wissen sie sicher mehr. Aber ganz oft müssen auch die Chefs fragen, denn im Einzelnen wissen sie meistens viel weniger.
Und auch Chefs wünschen sich manchmal den Vater, der auf jede Frage eine Antwort hat.

Deshalb ist es umso wichtiger, dass Chefs und Mitarbeiter Hand in Hand arbeiten.
– Dass Chefs sich nicht zu fein sind, mal um Rat zu fragen.
– Dass Mitarbeiter verstehen, dass auch Chefs mal Hilfe brauchen
– Dass beide ihr Wissen miteinander teilen und voneinander lernen
– und dass keiner zu hohe Erwartungen an den anderen hat.

Wir sind alle nur Menschen, mit vielen Fragen, bunten Ideen und unseren eigenen Träumen.
Und wenn wir daran denken, machen wir uns das Leben gegenseitig viel leichter.

Dankeschön…. 😉

Sabine Pinisch

#8 Mobbing mal andersrum betrachtet

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3 Kommentare bei „#11 Wie geht’s eigentlich dem Chef heute?“

  1. Super Artikel! Coaches werden wichtig für den persönlichen Erfolg.
    Nur auf diesem Weg lassen sich Verbesserungen erzielen.

  2. Ein schöner und wertvoller Beitrag zu diesem Thema. Vielen Dank dafür.
    In Deutschland, in Europa und der Welt passiert
    viel. Umso wichtiger ist es, dabei nicht den Anschluss zu verlieren und über Neuigkeiten und Trends informiert zu bleiben. Ab und zu eine Auszeit zu nehmen tut gut, aber
    dabei nicht den Anschluss verpassen.

    1. Sabine Pinisch sagt: Antworten

      Dankeschön

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