#15 Wenn die Einen über die Anderen reden….

In jedem Büro, in jeder Beziehung ist es so. Es wird übereinander geredet. Blöd ist immer, wenn es derjenige hört, über den geredet wird. Warum?

Mir hat mal jemand gesagt: „Da kann man sich nicht wehren!“.  Das stimmt auch, weil die Information nicht für denjenigen gedacht ist.
Aber was passiert da?
Es ist sicher jedem schon mal so gegangen, das er mal richtig über jemanden „hergezogen“ ist. Was war der Zweck? Sicher nicht, dass es der Beschuldigte hört. Es ist überhaupt nicht für diese Ohren bestimmt. Es dient eher der Kommunikation mit dem derzeitigen gegenüber.

  1. Es kann sein, dass man einen Sympathisanten für eine blöde Situation braucht,
  2. Oder man will einfach kommunizieren.
  3. Vielleicht passt man sich auch einfach dem gegenüber an. Erzählt, was der gern hören will.
  4. Oder man lästert mal ab. Das kann auch mal einem Stressabbau dienen.
Es ist aber in keinem Fall für die Ohren desjenigen bestimmt, über den geredet wird. Wenn der das also mitbekommt, sei es durch Lauschen, Zufall, oder weil es ihm jemand erzählt, führt das zu einem Missverständnis.
Es kommt auch zu keiner Klärung. Es sei denn man spricht es beim Richtigen an.
Wenn ich jetzt aber wieder losgehe und es jemand anderem erzähle, wird es ganz großer Mist. Dann führt das auch zu keiner Klärung. Der einzige Weg dafür ist der direkte.
Wenn man es dann anspricht passiert nämlich meist etwas ganz eigenartiges.
  • Der, der geschimpft hat, schämt sich vielleicht, denn es war ja nicht dafür bestimmt an den Empfänger zu gelangen.
  • Er wird vielleicht eine ganz andere Version erzählen, denn er will ja niemanden verletzen.
  • Vielleicht war es ja auch gar nicht so wild. Er wollte nur mal lästern….
  • Vielleicht müsste auch einfach mal was raus. Und es war damit erledigt.
Man kann damit also auf verschiedenen Arten umgehen.
Ich halte es gern so: Was mir nicht direkt erzählt wird ist keine Information für mich. Es ist nicht wichtig, denn ich weiß nicht, welchem Zweck dieses Gespräch diente.
Trotzdem geht es auch mir so, dass es mich ärgert, wenn ich von jemandem höre, dass ein anderer irgendwelchen Mist über mich erzählt hat.
Aber auch da stellt sich die Frage, warum erzählt derjenige mir das denn? Das bekomme ich nur heraus, wenn ich ihn frage.
  • Vielleicht, weil er die Meinung teilt. Dann kann ich mit dem Gegenüber das Thema ja klären.
  • Vielleicht fühlt sich derjenige auch mit angegriffen, und er sucht in mir einen Sympathisanten. Dann ist es an mir, ob ich das zulasse. Unter Umständen kommen dann immer neue Informationen, die mich ärgern und wir beide verkapseln uns gegen den Rest der Welt.:-)
  • Vielleicht meint er es auch einfach gut und wünscht sich eine Klärung. Dann ist es auch wieder meine Sache, was ich daraus mache. Entweder geht es mich nichts an und ich lasse es darauf beruhen oder ich gehe einfach mal auf denjenigen zu und kläre es.

Es gibt also her wieder zahlreiche Möglichkeiten und ein Richtig und Falsch gibt es auch nicht.
Jeder muss für sich entscheiden, wie er mit der Situation umgeht.
Denn wie sich anfangs schon geschrieben habe: „Ich kann mich nicht wehren!“

Es ist ja auch für denjenigen immer blöd, der die Sachen erzählt hat, und nicht wollte, dass ein anderer sie hört.
Aber dazu kann ich nur sagen: selbst Schuld! Diese Gefahr besteht immer. Wenn ich eine Information verbreite, dann ist sie raus. Und was dann passiert, kann ich nur bedingt beeinflussen. Mund zukleben, Redeverbot, … wird wohl nicht klappen. Und zu sagen, dass darfst du aber nicht weitererzählen… ja wir wissen alle, was dann passiert.
Ich hab mal gehört: „Worte und Kanonenkugeln kann man nicht zurücknehmen“ Herrlicher Satz!

Deshalb ist es, für den über den geredet wird, gut, wenn diese Kommunikation dort bleibt, wo sie hingehört. Nämlich bei den beiden, die sich mal so richtig „ausgetobt“ haben.
Und der der lästert, sollte damit rechnen, dass es vielleicht auch irgendwann rauskommt. Und das bei seinen Worten bedenken.

Vielleicht hilft auch der Satz: „Sag immer nur das, was du auch demjenigen selbst ins Gesicht sagen würdest.“

Ich wünsche viele gute/echte Kommunikationen! 😉

Sabine Pinisch

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