#31 Einfach mal „NEIN“ sagen!

Das Thema „nein“ sagen begegnet uns ja immer wieder. Warum sagen wir nicht gern „Nein“? Wir bekommen wir das hin?

















Warum wir nicht „Nein“ sagen wollen, dafür gibt es sicher viele Gründe.

  • vielleicht wollen wir eine Tür nicht zumachen?
  • vielleicht haben wir auch einfach nur Angst etwas falsch zu machen?
  • vielleicht wollen wir das Gegenüber nicht verärgern?
Jeder hat seinen eigenen Grund. Hier könnte man durchaus mal wieder in unsere Kindheit schauen, um Verhaltensmuster zu erkennen.

Wenn wir etwas nicht tun wollten, konnte das damals durchaus Konsequenzen haben. Das waren jedoch andere Konsequenzen als jetzt. Als wir klein waren, waren wir abhängig von Eltern, Erziehern, Lehrern, … Das hieß, mit denen Stress zu bekommen, war immer mit Nachteilen verbunden.
Vielleicht musste der ein oder andere
–  ohne Essen ins Bett
–  es gab keinen Nachtisch
–  mancher durfte vielleicht seine Freunde nicht treffen
–  und bei so manchem gab es härtere Konsequenzen.

Jetzt, wenn wir erwachsen sind, ist die ein oder andere Konsequenz auch nachteilig, aber es ist anders.
Essen können wir uns inzwischen selbst besorgen und unsere Entscheidungen sind auch weitestgehend frei. Verhauen wird uns wahrscheinlich auch keiner. Also es ist anders.

Jetzt geht es wahrscheinlich eher darum, den Job zu verlieren oder sich mit dem Partner zu streiten.
In einem bin ich mir aber sicher, es ist nicht mehr so stark existenzbedrohend. Auch wenn es so scheint. Ich glaube, wir vermischen das aber gern.

Den Job zu verlieren, ist sicher erstmal erschreckend aber es geht doch weiter. Es gibt in Deutschland Arbeitslosengeld, es gibt neue Jobs, es liegt an jedem selbst, was er daraus macht.

Aber ganz im Gegenteil. Ich erlebe immer wieder, dass Menschen über ihre Gesundheit hinaus arbeiten, nur weil sie Angst haben „Nein“ zu sagen.


Und dann kommen Ausreden wie: Ich habe es doch gut, ich habe hier genug Geld, ich kann mir ja dadurch meinen Lebensstandard finanzieren.
Das hat doch damit auch nichts zu tun. Jedes „NEIN“ heisst ja nicht automatisch den Job zu verlieren.

Erfahrungsgemäß sind es die, die nicht „nein“ sagen können, die jeden Mist aufgeladen bekommen. Die unter Druck gesetzt werden, denen immer mehr abverlangt wird. Das ist ja auch schön einfach. Ich würde mir wahrscheinlich auch diese Leute raussuchen, um Stress aus dem Weg zu gehen. Da muss ich nicht diskutieren, fange mir kein „nein“ ein und es geht so herrlich leicht.

Und so wird es immer schlimmer. Die Arbeit wird immer mehr, es ist nicht mehr zu schaffen und so landet man ganz schnell im Burnout. Aber nicht wegen der vielen Arbeit sondern, weil ich eigentlich weiss, dass ich etwas ändern muss und es nicht tue.
Und in Beziehungen funktioniert das genauso. Auch dort kann Burnout passieren, und auch das erlebe ich oft. Immer dann, wenn man etwas tut, was man nicht möchte.

Im Job frage ich ganz gern mal den Satz: „Wieviel Geld ist dein Leben wert?

So, wie bekomme ich das jetzt hin mit dem „Nein

  1.  erstes muss ich mir klar werden, will ich das oder will ich das nicht. Und wirklich ehrlich beantworten.
  2. Klar manchmal muss man auch etwas tun, wozu man keine Lust hat. Zum Beispiel im Job, aber auch da sollte man gründlich abwägen, ob es überhaupt geht oder nicht. Oder ob es vielleicht sogar sinnlos ist oder gar nicht gut für den Job ist.
  3. Jetzt weiss ich im besten Fall, was ich will. Das ist die beste Grundlage für jede gute und sinnvolle Kommunikation. Denn geht man halbherzig in eine „Verhandlung“ merkt das der andere und das geht oft nicht gut aus.
  4. Und dann „nein“ sagen. Das wird sich komisch anfühlen, wenn man es nicht gewohnt ist. Und auch das Gegenüber wird es komisch finden, wenn es das nicht gewohnt ist.
  5. Dann standhalten oder offen für gute Argumente sein. Wenn es jetzt um einen reinen Machtkampf geht, lohnt es sich durchaus auch ein zweites „nein“ hinterherzuschicken, denn auch das Gegenüber will seinen herrlichen Standard nicht verlieren. Aber man darf durchaus auch offen für gute Argumente sein. Manchmal erkennt man auch, dass es vielleicht doch notwendig ist. Aber auch dort wieder Punkt eins und zwei beachten.
  6. Wenn man es dann ein paarmal gemacht hat, ist es nicht mehr schwer. Irgendwann und mit ein bisschen Übung geht alles. Und wenn das „Nein“ einen guten Grund hat, dann wird das auch jeder, der es gut mit uns meint, verstehen. Ein guter Grund sollte aber in jedem Fall unsere Gesundheit sein.;-)

Vielen Dank fürs Lesen!
Danke an BastianP. für die schönen Grafiken!

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